≡ die Geschichte

zum Mitnehmen für die Reise

Inhalt

Damit unsere Reise durch die Zeit erfolgreich ist, brauchen wir einige unerlässliche Sachen.

Korre | photocase.de

die Landkarte

1. Die Geschichte ist natürlich das Wichtigste. Wie uns eine Landkarte auf der Suche nach einem bestimmten Ort die notwendige Orientierung schenkt, so führen uns die in der Bibel aufgezeichneten Geschichten durch die Vergangenheit. Diese Geschichten wurden im Laufe von hunderten von Jahren von vielen Menschen in einzelnen Schriften und Schriftsammlungen niedergeschrieben. Dabei handelt es sich um Biographien, Briefe, Sprüche- und Weisheitsschriften, Gesetzessammlungen, Ahnentafeln und etlichem mehr. Die einzelnen Schriften wurden sorgfältig aufbewahrt, abgeschrieben und an die kommenden Generationen weitergegeben. Im Laufe der Zeit entstand eine immer umfangreichere Sammlung an Schriften, eine Bibliothek. Diese Schriftensammlung nennen wir heute Bibel oder auch Heilige Schrift. Sie ist das Material mit dem wir arbeiten.

Nach oben

der Sinn unserer Reise

2. Das Ziel unserer Reise ist ebenfalls entscheidend. Schließlich gibt es mehrere Gründe, warum man Geschichten lesen kann. Deswegen müssen alle Mitreisenden das Ziel genau kennen. Es wird sicherlich hilfreich sein, sich das Ziel während der Reise immer wieder zu vergegenwärtigen.

2.1. Erstens, wollen wir den Sinn der Geschichten verstehen. Ist das nicht selbstverständlich? Muss man das denn überhaupt noch erwähnen? Ist doch klar, dass man die Geschichte verstehen will wenn man sie liest. Eigentlich schon, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass viele Menschen dieses klare Ziel bei den Geschichten der Bibel aus den Augen verloren haben.

Seit Jahrtausenden haben Menschen über die Geschichten der Bibel nachgedacht. Einzeln oder auch gemeinsam haben sie darum gerungen sie zu verstehen. Zu allen Zeiten im Laufe der Menschheitsgeschichte in denen durch das Lesen der Geschichten der Bibel das Gespräch zwischen Mensch und Gott entfacht wurde, ist Licht in eine dunkle Welt gekommen. Unsagbar viel Liebe erfüllte das Herz der Menschen und Segen und Gutes durchströmten das Land. Das Leben unzähliger Menschen wurde zum Guten hin verändert. Diese Geschichten haben Gott und den Menschen zueinander geführt.

Leider wurden die Geschichten nur allzu oft missverstanden. Auch haben sich Menschen der Geschichten bemächtigt und mit ihnen im Namen Gottes Unrecht, Habgier, eigene Interessen, Tod und Mord gerechtfertigt. Unsagbar viel Leid wurde den Menschen zugefügt. Diese schrecklichen Taten haben die Menschen so hingestellt als seien sie der Wille Gottes gewesen. Sie waren nicht sein Wille. Aus ihren eigenen Herzen sind sie geboren worden.

Deswegen ist es wichtig die Geschichten gemeinsam zu lesen. Das gemeinsame Lesen und der Austausch über das Gelesene helfen uns das Anliegen der Geschichte zu erfassen und zu verstehen. Dadurch werden wir davor bewahrt unser eigenes Anliegen zum Text zu bringen. Wir hören auf das, was die Geschichte sagt, so dass wir nicht unsere eigene Stimme für die Stimme des Textes halten.

Die Geschichten der Bibel zu lesen stellt für den heutigen Menschen eine Herausforderung dar. Sie sind aus einer fernen Zeit und einer uns für gewöhnlich kaum bekannten Kultur. Dennoch lohnt es sich, sich einzureihen in die lange Tradition derer, die seit Jahrtausenden die Geschichten gelesen haben und lesen. Es ist eine gute Tradition. Es gibt so vieles zu entdecken. Vor allem aber wird man von solch einer Reise nicht mehr als derselbe zurückkehren.

2.2. Trotz allem haben die Geschichten die Zeit überdauert. Generationen kamen und gingen. Die Geschichten sind geblieben. Große und stolze Nationen und Reiche sind aufgerichtet worden und wieder untergegangen. Die Geschichten sind geblieben. Politische und philosophische Systeme haben die unterschiedlichsten Gesellschaftsformen geformt und entstehen lassen. Die Geschichten sind geblieben. In unserer Gesellschaft sind die Geschichten in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten immer mehr in Vergessenheit geraten. Die Geschichten sind geblieben.

Sie haben sich nicht verändert. Sie sind immer noch da. In aller Stille rufen sie immer noch mit derselben Kraft und inbrünstigen Leidenschaft in die Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, in die Verzweiflung und Zuversicht, in die Einsamkeit und Dunkelheit des Menschen hinein. Sie durchdringen die Stille und den Lärm, sie sprechen uns auf unsere Liebe und unseren Hass an. Sie berühren uns in Leid und das Glück. Ob ihr Rufen vernommen wird, entscheiden wir.

Was sie rufen? Um das herauszufinden können, müssen wir in die Geschichten lesen, in sie hineintauchen. Eine Betrachtung aus der Ferne reicht nicht aus.

2.3. Deswegen ist es neben dem Verstehen der Geschichten unser Ziel zu prüfen, ob und inwieweit die Geschichten mit uns, mit unserem Leben und der Wirklichkeit in der wir Leben etwas zu tun haben. Es wäre doch verschwendete Zeit sich mit Geschichten zu beschäftigen, die gar nichts mit einem selbst zu tun haben. Da kann man seine Zeit besser nutzen. Aus diesem Grund werden wir das Gelesene immer mit unserem eigenem Leben und unserem Alltag in Verbindung bringen.

2.4. Klarheit über das Ziel zu haben ist die notwendige Grundlage für solch ein gemeinsames Unterfangen. Neben dieser Klarheit ist von nicht minderer Bedeutung die Einigkeit über das Ziel. Nur wenn sich alle über das Ziel der Reise einig sind, werden wir es auch erreichen. Ansonsten werden wir uns alle gegenseitig daran hindern, dort anzukommen wo wir wollen.

Auf unser Vorhaben angewandt heißt es, dass wir uns auf folgende zwei Ziele einigen. Erstens, die Geschichten zu verstehen. Zweitens, die Geschichten dahingehend zu prüfen, ob sie etwas mit unserem Leben zu tun haben.

Nach oben

die Spielregeln

3. Nachdem das Ziel festgelegt wurde, müssen wir uns noch über zwei Dinge Klarheit verschaffen, dann können wir schon loslegen. Zum einen brauchen wir eine Methode nach der wir vorgehen. Die Methode ist vergleichbar mit Spielregeln bei einem Brettspiel oder dem Rezept beim Kochen. Zum anderen müssen alle die Grundannahmen kennen, nach denen wir die Geschichten lesen. Wenn wir beim Vergleich mit dem Spiel bleiben, dann wären die Grundannahmen so etwas wie das Spielbrett auf dem das Spiel gespielt wird. Man kann z.B. beim Schach die Spielfiguren nicht neben dem Schachbrett hinstellen. Die Grundlage ist das Schachbrett, darauf wird gespielt. So gibt es auch beim Lesen von Texten eine Grundlage "auf" der gelesen wird. Und darüber muss man sich im Vorfeld einig sein sonst macht das gemeinsame Lesen im Nachhinein keine Freude, sondern ist frustrierend.

3.1. Zunächst einmal die Methode: Erstens, wir werden am Anfang der Geschichte anfangen. Diese Regel ist so einfach, man könnte meinen, dass sie gar nicht erst erwähnt werden müsste. Ein Buch oder eine Geschichte fängt man doch immer am Anfang an. Interessant ist jedoch, dass die meisten Menschen, die Bibel mittendrin anfangen zu lesen. Im Allgemeinen beginnen sie mit dem zweiten Teil der Bibel, dem Neuen Testament, an. Das hat vielfältige Gründe auf die wir jetzt nicht genauer eingehen werden.

Zweitens, wir lesen die Geschichten gemäß der Chronologie der Ereignisse. Das ist ein Lesen des Textes mit einer unbekannten Zukunft. D.h. wenn wir uns im zehnten Kapitel im ersten Buch aufhalten, dann können wir noch nicht wissen, was im fünften Kapitel im zweiten Buch sich ereignen wird. Warum nicht? Ganz einfach, weil das noch nicht geschehen ist. Vom Zeitpunkt der Geschichte aus, in der wir uns befinden, liegt es in der Zukunft. Die Zukunft ist aber noch nicht geschrieben. Daher kennen wir sie nicht. Deswegen können wir das Wissen aus dem zweiten Buch nicht schon beim Lesen des ersten Buches einbringen. Das ist ein wichtiger Faktor für das Interpretieren der Geschichten. Man kann beim ersten Durchlesen der Geschichte nur mit den Informationen arbeiten, die im Text sind. Auch das ist eigentlich eine ganz natürliche Regel. Sie wird aber oft beim Lesen der Bibel nicht beachtet. Das ist auch leicht nachvollziehbar, denn die in der Bibel niedergeschriebenen Geschichten liegen von uns aus gesehen alle in der Vergangenheit. Und die Vergangenheit liegt ja offen vor einem. Nur die Zukunft ist verborgen.

Drittens, solch ein Lesen des Textes mit einer unbekannten Zukunft ist nur dann wirklich möglich, wenn wir einen dritten wichtigen Punkt beachten. In Bereich die Geschichte wollen wir in die Geschichte eintauchen. Das bedeutet, dass wir auch wirklich in der Geschichte drin sind und wir nicht auf die Geschichte draufschauen. Ein Beispiel mag hilfreich sein, um zu verstehen, was damit gemeint ist. Wenn wir einen Film anschauen, dann müssen wir, um die Geschichte verfolgen und verstehen zu können, uns auf die Geschichte einlassen, eben in die Geschichte eintauchen. Wir werden uns während wir den Film anschauen normalerweise keine Gedanken über das making of machen. D.h. kein Mensch würde während er im Kino sitzt eine ernsthafte Diskussion mit seinen Freunden darüber führen, wie die Programmierer und die Designer einen bestimmten special effect hinbekommen haben oder ob die Kleidung der römischen Soldaten im Film wirklich der Kleidung von römischen Soldaten im alten Rom entspricht. Falls du mir nicht glaubst kannst du es ja das nächste Mal probieren. Auf die Reaktion deiner Freunde bin ich gespannt. Solch eine Diskussion würde ablenken, wir würden höchstwahrscheinlich nicht nur den roten Faden verlieren sondern auch die Aussage des Films nicht mehr mitbekommen.

Auf unser Vorhaben angewandt, heißt das: wenn wir den Text lesen, dann lassen wir uns auch auf die Geschichte ein. Demnach ist es nicht die Zeit für das making of. D.h. alle Fragen oder Diskussionen, die uns daran hindern könnten, den Sinn der Geschichten zu verstehen, stellen wir hinten an. Nehmen wir mal die Fragen ob Gott sprechen kann oder ob es möglich ist, dass Gott die Erde erschaffen hat oder ob die Erde durch Evolution entstanden ist. Es sind beide gute und wichtige Fragen. Es stellt sich aber die Frage, ob sie uns dabei helfen, die Aussage der Geschichte zu verstehen oder nicht. Die Erfahrung zeigt, dass Diskussionen über die Frage Schöpfung oder Evolution uns wie bei dem Kinofilm daran hindern uns auf die Geschichte einzulassen. Überleg doch mal folgendes: wie oft hast du denn die ersten Kapitel der Bibel gelesen und bist dabei nicht gedanklich oder mit jemand anderem in eine Schöpfung und Evolution Diskussion gekommen? Oder du hast eh sofort beiseite gelegt, weil du dir gedacht hast, dass es eh ein Mythos ist und man nicht allen ernstes annehmen kann, dass in solch einer Geschichte für eine aufgeklärten Welt wie die unsere etwas sinnvolles zu entnehmen ist?

Um den Sinn der Geschichten näher zu kommen, ist vor allem eines zu beachten. Wenn man die Geschichten liest um lediglich die eigenen Fragen beantwortet zu bekommen, dann läuft man Gefahr am eigentlichen Sinn der Geschichte vorbeizugehen. Denn man ist so damit beschäftigt,  Antworten auf die eigenen Fragen zu finden, dass man taub wird für die Fragen, die der Text stellt. Um wirklich den Sinn der Geschichten zu verstehen, muss man aber gerade, auf das hören, was der Text zu sagen hat. Es ist wie in einem Gespräch zwischen Freunden. Wenn du verstehen möchtest, was dein Freund dir sagt, dann musst du ihm zuhören. Um zuhören zu können musst du das, was du ihm zu sagen hast bzw. die Fragen, die du ihm stellen willst für eine gewisse Zeit mal beiseite legen. Deswegen wollen wir in erster Linie auf das hören, was die Geschichte sagt d.h. die Fragen hören, die die Geschichte stellt. Das heißt nicht, dass die eigenen Fragen unwichtig wären. Sie werden nur zu einer anderen Zeit und an einem anderen Ort behandelt.

Viertens, die Aufteilung der Geschichten. Die Geschichten in der Bibel sind sehr umfangreich. Um den Überblick zu behalten, haben wir die große Geschichte in mehreren überschaubaren Geschichten aufgeteilt. Ferner haben wir die zentralen Ereignisse ausgesucht, damit wir uns nicht in Einzelheiten verfahren aber gleichzeitig den gesamten Zusammenhang verstehen.

Wir werden die Geschichte gemeinsam in kleinen Schritten durchgehen und darüber nachdenken. Manche Geschichten werden wir gemeinsam durchlesen. Andere wird jeder für sich selbst entdecken.

Die Bearbeitung der Geschichten, die wir gemeinsam durchgehen geschieht auf mehreren Ebenen. Zum einen wird es als Hinführung zu den Geschichten Video-Clips geben. In diesen kurzen Clips wird dich jemand durch den Text begleiten, dir wichtige Dinge zeigen, manche Zusatzerklärungen geben und dich dazu anregen die Geschichte selbst zu entdecken und dass was du entdeckt hast anderen mitzuteilen. Zum anderen wird es die gemeinsame Diskussion in den Foren geben. Die Fragen aus den Video-Clips werden diskutiert aber auch alle anderen Entdeckungen und Fragen, die aufkommen, werden gemeinsam diskutiert. Das Ziel ist immer die Geschichte zu verstehen und zu prüfen ob und inwieweit sie etwas mit uns heute zu tun hat. Das Ziel der Diskussionen in den Foren und dem Sammeln an Material ist der wikiBibel-Kommentar. Dieser Kommentar wird von der community geschrieben und zwar aufbauend auf dem Material, dass die community gesammelt hat.

So und jetzt wünsche ich Dir viel Freude auf der Reise durch die Geschichte.

Nach oben


ichwillleben.eu ist ein Angebot der Stimme der Hoffnung » www.stimme-der-hoffnung.de

Bookmark and Share

Kontakt  |  Impressum  |  Sitemap  |  Suche  |  Spenden  |  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzerklärung  |  jquery  |  über ichwillleben