≡ aus meinem Leben

Arm.

polenzwerg | photocase.de

Was sagt er? Welche Sprache ist das? Weint er?
Er wird wohl kaum lachen, wenn er bei dieser Kälte am Boden sitzt.
Kein Schild. Kein Hut.
Was mag er gerade sagen...will er dass man es hört?
So viele Menschen gehen an ihm vorbei.
Keiner beachtet ihn. Oder will ihn beachten.
Ich sehe ihn. Ich gehe an ihm vorbei.
Wie all die Hunderttausend Menschen auch.
Aber dann bleibe ich stehen. In weiter Entfernung.
Meine Gedanken überschlagen sich:
Geld geben? Was, wenn er sich Alkohol kauft?
Was wenn er gar kein Bettler ist?
Ihm einfach was zu essen kaufen?
Was, wenn es andere Leute sehen...
schäm ich mich jemandem zu helfen?
Ihn fragen ob ich ihm was kaufen kann?
Was, wenn er kein Deutsch spricht?

polenzwerg | photocase.de

Ich kämpfe gegen alle Gedanken an und drehe um.
Fast bin ich da, als ich sehe wie der Mann aufsteht und weggeht.
Wo will er hin? Hat er mich gesehen und will meine Hilfe nicht?
Er geht in die Bäckerei. Ich schaue ihm hinterher.
Wieso sitzt er auf dem Boden und geht dann zum Bäcker?
Ich verstehe die Situation nicht.
Aber ich will nicht gehen. Ich warte.
Als wäre ein Freund von mir im Laden warte ich,
dass er wieder rauskommt. Aber was mach ich dann?
Die Konfrontation mit der Welt ist schwierig. Aber sie muss sein.
Er kommt nicht wieder raus. Nach 10 Minuten gehe ich meinen Weg. Ich schaue in das nächste Schaufenster und habe den Mann schon fast wieder vergessen.
So schnell ist man wieder in seiner kleinen heilen Welt...

Steffi | 11.02.08 | 13:40

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