≡ aus meinem Leben

Die leisen Töne des Lebens

jukumu | photocase.de

Ich sitze allein in einem Café und genieße die Atmosphäre:
Die Leute murmeln im Caféhaus,leise Musik spielt im Hintergrund, draußen auf dem Marktplatz flattern Tauben davon und ich rieche den angenehmen Geruch von meinem Kaffee.

Rechts von mir sehe ich eine Frau mit einem Kinderwagen vorbeigehen.
Das Kind spielt gerade mit der Rassel herum und die Mutter schaut liebevoll auf ihr Kind herab.
Wie das Kind mal aussehen wird...
Wie Gottes Plan für das Kind wohl aussieht?
Was die Mutter wohl gerade denkt..
Sie läuft an meinem Fenster vorbei und ein kleines Mädchen hüpft an ihr vorüber. Die Kleine lacht und schwebt  über den Boden.
So war ich auch mal: Ein kleines lachendes Kind, dass noch keine richtigen Sorgen über Schule, Aussehen, Jungs und so weiter hatte. Da sehnt man sich doch schon gerne zurück.

Ein Mann schiebt sich an ihr vorbei.
Seine Augen huschen hin und her, seine Zunge hängt aus seinem Mund heraus und sein Gang ist schleichend und schwer. Ein geistig Behinderter..wie sie wohl denken...
..Was sie wohl fühlen..Und wie sie wohl gesund aussehen und leben würden..
Wahrscheinlich wären gerade sie starke Persönlichkeiten geworden, wenn sie nicht geistig behindert wären.
Was Gott ihnen wohl sagen wird, wenn sie vor ihm stehen...ob sie dieses irdische Leben wohl ganz begreifen können?

Eine Farbige kommt in das Café und setzt sich an einen Tisch. Sie hat eine gute Körperhaltung: Aufrecht und schön. Plötzlich interessiert es mich, wie sie wohl über sich selbst denkt und wahrnimmt. Wie nimmt sie nur ihre Hautfarbe wahr und wie nimmt sie die "Weißen" wahr? Ich selber nehme sie als ein Geschöpf Gottes wahr.

Ich schließe die Augen.
Ich will mir jetzt vorstellen, wie das alles hier mal vielleicht ausgesehen hat, bevor ich überhaupt noch nicht mal in Planung war. Und ich stelle mir einen mittelalterlichen Markt vor.
Was wäre geschehen, wenn genau die Personen, die ich beobachtet habe, in der Zeit gelebt hätten?

freshprince | photocase.de

Ich rieche den Kaffee und taumel in meine Zeit zurück.
Wie wunderbar doch die Gegenwart sein kann...
Ich genieße alles um mich herum.

Doch auf einmal stellen sich bei mir die Nackenhaare auf und ich fühle mich beobachtet.
Sofort sind meine Augen offen.
Ein alter Mann sitzt auf einmal an meinem Tisch.
Er hat einen weißen Stoppelbart und viele Falten im Gesicht.
Seine Kleidung ist in dunklen Tönen gehalten. Genau wie seine dunkle Haut. Alles an ihm ist bis auf seinen Bart und seine tiefblauen Augen dunkel.
Er fixiert mich.
"Ähm.....Guten Tag!"sage ich, um nicht unhöflich zu klingen, aber der alte Mann schweigt.
Ich starre  in seine unglaublichen Augen und frage mich, was das hier soll. War das ein dummer Scherz?
Oder einfach nur ein Spielchen?
"Und ich dachte, dass das wirklich menschliche bald ausstirbt..." murmelte er.
"Wie bitte?"
"Du hast dir Zeit genommen, um alles in deiner Umgebung wahrzunehmen... das tun heute nur noch die wenigsten!"
sagte er mit einer angenehmen rauen Stimme.
"Ach...woher wissen Sie das?"
"Ich habe dich von draußen gesehen. Ich habe dich gesehen und dachte, dass das wohl ein historischer Moment ist. Den darf ich nicht verpassen."
"Wie bitte? Jetzt wollen Sie mich aber wirklich auf den Arm nehmen.."Ich lache auf, merke aber relativ früh, dass er nicht mitlacht und mich weiterhin schweigend und ernst anschaut.
"Was wollen Sie?"fragte ich nun.
"Habe ich das nicht bereits gesagt?"
Jetzt war ich diejenige die schwieg.
"Sie....sind ja echt...."
"Aufdringlich?"fiel er mir ins Wort.
"Nein..das ist mir noch nie passiert, dass einer wie Sie sich einfach zu mir setzt und sagt, dass es schön ist wie ich meine Umgebung in mir aufnehme!"

Inuit | photocase.de

"Nun, es ist auch wichtig auf die leisen Töne des Lebens zu hören. Ich würde eher alle anderen Termine stehen und liegen lassen als das ich einen solchen historischen Termin sausen lasse."
"Welcher historischer Termin denn?"
"Zusammen mit einem anderen Menschen auf die leisen Töne des Lebens hören!"

nadine | 28.06.08 | 15:59

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