≡ aus meinem Leben

Meer der Einsamkeit.

Jeden Abend kam sie wieder. Wenn ich das Zimmer betrat wartete sie auf mich. Nach und nach kam sie näher, schleichend, fast nicht bemerkbar, bis sie plötzlich über mich herfiel. Die Einsamkeit. Sie zwingt mich in die Knie, drückt mich nieder, droht mich zu ersticken. Ich ertrinke in einem Meer aus Einsamkeit. Die Angst nicht mehr an die Oberfläche zu kommen lässt mich erstarren. Ich sinke wie ein Stein ins endlose Nichts. Nur die Einsamkeit umgibt mich. Jetzt weiß ich es gewiss, ich werde nie mehr ans Licht kommen.

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Plötzlich, ein schwaches Schimmern in der Dunkelheit. Eine kleine Klinge wird mir wie von dunklen Händen zugereicht. Ich muss sie nur nehmen, nur ein oder zwei feine Schnitte und ich könnte der Einsamkeit entfliehen. Ich zögere für einen Moment . . . War da nicht noch etwas? Der Gedanke an meine Freunde und meine Familie schiebt sich in meinen Kopf. Traurig und verzweifelt erkenne ich, dass sie nicht einmal bemerkt hatten, wie mich die Einsamkeit langsam, aber sicher, aus ihrer Mitte entrückt hatte. Unter ihnen wandelte nur noch eine leere Hülle.

Nun fest entschlossen nehme ich die Klinge und führe sie ohne zögern an meinen Arm. Ich schließe die Augen und atme noch einmal tief durch. Ich setzte die Klinge auf die Haut und spüre auf einmal zwei Hände die meine Hand beiseite ziehen und mir sanft die Klinge aus den verkrampften Fingern winden. Ich spüre Wärme und Geborgenheit und merke wie ich auf dem Grund aufkomme. Langsam öffne ich die Augen. Ich bin umgeben von sanftem Licht, sicher in den Händen meines Vaters. Ich lasse mich sinken, tief in seine Nähe und Geborgenheit.

Wieder einmal hat er mich bewahrt eine große Dummheit zu begehen. Tränen der Dankbarkeit finden ihren Weg über meine Wangen. Mit einem Lächeln wische ich sie ab. Ich war nie wirklich einsam gewesen. Er war immer bei mir. Seine Hände umgaben mich, jederzeit bereit mich zu fangen, sollte ich stolpern und fallen. Mit dem neuen Bewusstsein seiner Gegenwart an meiner Seite richte ich mich wieder auf und finde zurück auf meinen Pfad.

Mein Blick mag abschweifen,  mein Herz jedoch ist ausgerichtet - nach vorn.

Jasmin | 26.04.07 | 14:58

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