≡ aus meinem Leben

Sprudel

Sherlaya | photocase.de

Olaf hatte in seinem Leben, als Mehrwegwasserflasche, schon einige Jahre auf dem Buckel. Eines Tages erzählte er Gerda und Gerte von einer interessanten Begebenheit in seinem Leben:

Es war wie immer. Ich stand mit vielen andern Kollegen im Geschäft und wartete darauf mitgenommen zu werde. Bis sich irgendein Käufer endlich für mich entscheiden würde und die langweilige Zeit des Wartens im Laden ein Ende hätte.

Und dann, ganz unverhofft, war es soweit. Und wisst ihr was ? es war nicht irgendwer, der mich mitnahm ? sondern einen junge, attraktive Dame. Mensch, also wenn ich ehrlich bin, hab ich mich schon geschmeichelt gefühlt? Naja, dieses nette Gefühl sollte schon bald ein Ende haben. Leider. Sie deponierte mich in ihrem Auto. Toll ? einfach ins Auto geschmissen ? fertig!

Nicht so prickelnd, dachte ich mir erst mal. Wusste sie etwa nicht, dass ich eine SPRUDEL-Wasserflasche bin? Hatte sie das nicht bedacht? Wie blöd? Es half alles nichts ? ich musste da durch. Sie trank nur gelegentlich ? an der einen oder anderen Ampel ? einen Schluck von mir, dann wurde ich wieder zur Seite gelegt. Einfach so?

Dann kam das große Schütteln ? ich meine, mal im Ernst, wusste sie nicht, das ich bei all der Schüttellei, unterwegs, meinen wertvollen Sprudel, also das, was mich ausmacht, verlieren würde?

Wohl nicht, und wenn, dann schien es ihr jedenfalls egal zu sein. Wie auch immer. Mir blieb eh nichts anderes übrig, als darauf zu warten, bis ich von ihr gebraucht wurde.

Ansonsten gab es viele einsame Stunden des Wartens. Immer wieder warten? Dabei hab ich gelernt ruhiger zu werden, was blieb mir denn auch sonst übrig? War ich doch früher nach einem kleinen ?Schüttler? erst recht aufbrausend und am Überlaufen ? so wurde ich jetzt allmählig ruhig. Ruhig und gelassen.

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Es hatte doch nichts gebracht sich über die Umstände aufzuregen ? das wurde mir so langsam klar. Ich konnte nur aus dem, was da war, das Beste machen ? oder es bleiben lassen. Eins von beiden ? mehr Auswahl gab es für mich nicht.

Nun ja, eines guten Tages war selbst ich leer! Ich meine natürlich, das kostbare Wasser in mir. So landete ich wieder einmal im Laden, um gesäubert und aufgefüllt zu werden, mal wieder mit den Kollegen quatschen und so?

Jetzt heißt es warten ? auf das nächste Abenteuer als sprudelige Wasserflasche. Mal sehen, wohin der Weg mich jetzt führt?

locke | 10.05.07 | 11:57

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