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Wo ist sie?

Abendgottesdienst | Freitagabend | Samstagnachmittag

Wir haben am Samstag, den 01. März 2008 einen sehr gesegneten SKYPE-Abendgottesdienst mit vielen Gästen und einem wunderbaren Programm erlebt. Klaus Popa sprach zum Thema: "Wo ist sie?" Zwei Geschichten wurden miteinander verglichen, einander gegenübergestellt und auf unsere eigenen Sehnsucht hin befragt. Zum einen Don Juan de Marco’s Geschichte, veranschaulicht durch Filmausschnitte aus dem gleichnamigen Film. Zum anderen die Geschichte von Adam's Suche nach einem Gegenüber, beschrieben in Textabschnitt in 1.Mose 2,18-25.

1. Geschichte: Don Juan de Marco

Don Juan de Marco, der größte Liebhaber der Welt, will in einer amerikanischen Großstadt Selbstmord begehen? Dr. John Mickler, einem Psychiater, gelingt es Don Juan davon abzubringen und er wird in die Psychiatrie zur Beobachtung eingeliefert. Dr. Mickler soll innerhalb von 10 Tagen herausfinden, was dem jungen Mann fehlt. Ferner soll er entscheiden, ob er wieder freigelassen werden kann bzw. ob stationäre Behandlung braucht.

Es stellt sich heraus, dass dieser junge Mann nicht der größte Liebhaber der Welt ist, der in Mexiko aufwuchs und weit mehr über 1000 Frauen geliebt hat. In Wirklichkeit ist er in Phoenix, Arizona aufgewachsen. Sein Vater ist bei einem Autounfall gestorben und seine Mutter ist nach dem Unfall aus schlechten Gewissen über Seitensprünge während ihrer Ehe in ein Kloster nach Mexiko geflüchtet. Plötzlich war er ganz alleine.
Eines Tages verliebte er sich in ein Model, das er in einem Männermagazin sah. Nachdem er unter Mühen ihre Telefonnummer herausbekommen hatte, nimmt er sich vor sie anzurufen und ihr seine Liebe zu gestehen. Da er wusste, dass sie ihn so wie er ist nicht lieben würde, entschied er sich dafür, Don Juan, der große Liebhaber, zu sein. Doch sie hat ihn knallhart abblitzen lassen. Daraufhin will er sich umbringen.

Das wundersame an diesem von Wahnvorstellungen geplagten jungen Mann ist, dass er etwas hat, was Dr. Mickler, der wenige Tage vor seiner Rente steht, längst abhanden gekommen ist. Er kann noch an etwas glauben wofür es sich lohnt zu leben und zu sterben, an etwas Wahrem. Er ist durchdrungen von dem Glauben an die Liebe, an die wahre Liebe. Während ihrer Gespräche entfacht John in ihm den Glauben an die Liebe und das Leben. Und plötzlich werden die Rollen getauscht, der Psychiater wird zum Patienten und der Patient heilt den Psychiater.
Nach den zehn Tagen Beobachtungszeit wird John freigelassen und er reist mit Dr. Mickler und seiner Frau zur Insel Eros, wo sein große Liebe auf ihn wartet. D.h. die Antwort auf die Sehnsucht nach der großen Liebe ist letztendlich doch wieder die Flucht in die Traumwelt, in den Wahn.

2. Geschichte: Adam's Suche

Der Mensch ist nicht für die Einsamkeit und als ein auf sich selbst hin bezogenes Wesen geschaffen. Es ist nicht gut, dass der Mensch allein, sagt Gott. Dennoch Adam erlebt Einsamkeit. Zunächst alleine geschaffen, findet er beim Benennen der Tiere kein Gegenüber für sich, kein Wesen, das ihm entspricht.

Adam durchlebt die Verzweiflung über das nicht Finden eines Gegenübers. Doch Gott lässt ihn nicht mit dieser Verzweiflung zurück, er schaut nicht einfach zu, wie Adam an seiner Einsamkeit zerbricht, sondern er greift ein. Er legt den Menschen schlafen und erschafft in der Frau ein Gegenüber für Adam, er schafft die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau. An dem Erschaffen der Frau hat Adam kein Anteil, Gott erschafft sie und schenkt sie ihm. D.h. der Mensch kann sich nicht andere Menschen für sich "nehmen", er kann Beziehungen nicht eigenmächtig "machen" sondern sie werden ihm geschenkt, durch Gott und indem sich der andere Mensch freiwillig schenkt.

Adam ist voller Freude und Dankbarkeit über das Gegenüber. Sie ist Teil von ihm, aus ihm und zu ihm hin. Sie soll ihm Entsprechung und Hilfe sein, Und er wird Vater und Mutter verlassen, um mit seiner Frau eins zu sein. Die Erschaffung des Menschen gipfelt nicht in der Erschaffung des Einzelwesens sondern im "nackt sein und sich nicht Schämens". Mit "Nackt sein" ist nicht nur körperliche Nacktheit gemeint sondern auch geistige, seelische und emotionale "Nacktheit" d.h. völliges Vertrauen, völlige Offenheit, gänzliches Sich-fallen-lassen-können zwischen Menschen.

Sowohl John als auch Adam merken, dass die Sehnsucht nach einem Gegenüber im Ursprung und Zentrum ihres Seins ist. Jeder von uns erlebt die Sehnsucht nach einen Gegenüber, die Sehnsucht nach einer Beziehung, in der völliges Vertrauen und Offenheit möglich ist und in der wir uns völlig fallen lassen können.

John konnte diese Liebe nicht leben. Adam wurde von Gott ein Gegenüber geschenkt. Er konnte die Liebe leben. Doch wie ist mit uns, können wir diese Liebe leben und erleben? John ist in ein Traum- und Scheinwelt geflüchtet, die in an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Ist das auch unsere Lösung?

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